faire-gemeinde-os.de

Siegelkunde


Ökologische Siegel


Bioland, Naturland, Demeter

Aus kontrolliert ökologischer Landwirtschaft kommen Produkte, die diese Siegel tragen. Dabei gehen die Grundanforderungen über die der EU-Bio-Verordnung hinaus und garantieren eine artgerechte Tierhaltung, keinen Einsatz von Pestiziden oder parallelen konventionellen Anbau. Bei dem Anbauverband Naturland gibt es auch den Zusatz „fair“. Diese Produkte sind fair gehandelt und ökologisch, es wird auf die soziale Verantwortung geachtet und bspw. Kinderarbeit ausgeschlossen. Verlässliche Handelsbeziehungen sind dabei wichtig sowie ein regionaler Rohstoffbezug.

www.bioland.de, www.naturland.de, www.demeter.de


EU Bio

Seit Juli 2010 muss dieses Siegel auf allen vorverpackten biologischen Lebensmitteln in der EU zu sehen sein. Freiwillig kann es auch auf nicht vorverpackte gesetzt werden. Das Logo bürgt dafür, dass die Produkte der EU-Bio-Verordnung entsprechen und wurde mit dem Ziel entwickelt, die verschiedenen Bio-Maßstäbe in der EU zu vereinheitlichen.

www.bio-siegel.de


Blauer Engel

Der Blaue Engel wurde 1978 ins Leben gerufen und ist damit das älteste und auch bekannteste Prüfsiegel für umweltschonende Produkte und Dienstleistungen. Besonders Recycling-, Hygienepapiere, Lacke und Farben, Bürogeräte und Tapeten werden mit ihm gekennzeichnet. Dabei wird großer Wert auf die Umweltverträglichkeit und den Gesundheitsschutz gelegt.

www.blauer-engel.de


TÜV EE01 und EE02

Diese Siegel zertifizieren Strom, der vollständig aus erneuerbaren Energien besteht. Von dem Preisaufschlag fließen außerdem 2/3 in einen Fond zum Ausbau von erneuerbaren Energien. Im Gegensatz zu EE02 garantiert das Siegel EE01 25 % Neuanlagenanteil, also eine weitere Förderung des Ausbaus regenerativer Energien. EE02 dagegen verspricht eine Bereitstellung zeitgleich zum Verbrauch. Jährlich finden Kontrollen durch den TÜV statt.

www.tuev-sued.de


Grüner Strom Label

Dieses Label wird in Abstufungen vergeben: Vollständig aus regenerativen Energien muss der Strom stammen, der das Gold-Label trägt. Wenn maximal 50 % des Stroms aus Kraft-Wärme-Kopplungen kommt, der Rest aus erneuerbaren Energien, dann gilt das Silber-Label. Das Label ist auf die Initiative von Eurosolar von verschiedenen Umwelt- und Verbraucherschutzverbänden (bspw. BUND, NABU und Bund der Energieverbraucher) gegründet worden.

www.gruenerstromlabel.de


ok-power

ok-power zertifiziert Strom aus erneuerbaren Energien bzw. Kraft-Wärme-Kopplung. Dabei darf der Anteil an fossiler Energie aber nicht mehr als 50 % betragen. Es wird kein Strom aus Deponie- oder Grubengas verwendet und jährlich finden Nachprüfungen statt. Zwei Modelle werden dabei ausgezeichnet: Beim Händlermodell erzeugt der Anbieter selbst den Strom oder leitet ihn weiter. Beim Fondsmodell wird zusätzlich ein Förderbeitrag in den Ausbau von regenerativen Energien investiert.

www.ok-power.de


GOTS

GOTS steht für Global Organic Textile Standard. Es handelt sich um ein gemeinsames Qualitätszeichen, das für alle Mitglieder der unterschiedlichen Naturtextil-Gruppen weltweit identisch ist. Dieses Qualitätszeichen bezeichnet Naturtextilien auf einem hohen ökologischen Niveau. Das Qualitätszeichen NATURTEXTIL IVN ZERTIFIZIERT BEST weist weiterhin das momentan maximal erreichbare ökologische Niveau für Naturtextilien auf und gilt nur für Produkte, die aus mindestens 95% ökologischen Fasern hergestellt werden.

www.global-standard.org


Rainforest Alliance

Diese internationale Umweltschutzorganisation vergibt ihr Gütezeichen, wenn sowohl ökologische als auch soziale Kriterien erfüllt werden. Das Zeichen beruht auf zehn Prinzipien, die insgesamt 100 Kriterien umfassen. Darunter stehen bspw. die Erhaltung der Ökosysteme, faire Arbeitsbedingungen und Gesundheitsschutz. Allerdings gibt es keine Mindestabnahmepreise wie im Fairen Handel und kein absolutes Pestizidverbot wie im Bioanbau.

www.rainforest-alliance.org/de


FSC

FSC kennzeichnet Holz und Holzproduktion aus nachhaltiger Waldwirtschaft. Grundlage ist die Einhaltung von 10 Grundprinzipien, u.a. Umweltaspekte, Rechte von Ureinwohnern und Maßnahmen zum Erhalt der Urwälder. Um das Siegel zu tragen, muss Massivholz einen Mindestanteil von 70 , andere Produkte 30 an zertifiziertem Holz haben.

www.fsc-deutschland.de


Sozialethische Siegel und Marken


TransFair

Das Label für Produkte aus dem Fairen Handel garantiert Förderung, Existenzsicherung und gerechte Löhne für Kleinbauern und ArbeiterInnen in den Produzentenländern. Es schließt ausbeuterische Kinderarbeit aus und achtet darauf, dass international geltende Arbeitsschutzregeln eingehalten werden. Weitere Kriterien sind: direkter Handel mit den Produzentengruppen, Mindestpreise über dem Weltmarkt, Prämien zur Finanzierung von Projekten, Vorfinanzierung, langfristige Handelsbeziehungen sowie Umwelt- und Naturschutz. Darüber hinaus betreibt TransFair Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit in Deutschland, um den Gedanken des Fairen Handels zu verbreiten und auf Missstände in den Produzentenländern hinzuweisen.

www.fairtrade-deutschland.de


GEPA, el puente, dwp, Lamu Lamu

Diese und weitere Organisationen importieren fair gehandelte Produkte, darunter Lebensmittel, Kunsthandwerk und Kleidung. Es sind keine Siegel. Die Kriterien der oben genannten Importorganisationen sind in der Regel strenger als die von TransFair. Ihr Ziel ist es, die Lebensbedingungen der Menschen, die aufgrund regionaler und nationaler Wirtschafts- und Sozialstrukturen ihres Landes benachteiligt sind, zu verbessern. Vertrieben werden die Produkte über Weltläden, Onlineshops und teilweise auch über Supermärkte.

www.gepa.de
www.el-puente.de
www.dwpeg.de
www.lamulamu.de


Xertifix

Xertifix ist ein unabhängiger Zertifizierungsverein, der auf die Arbeitsrechte in der indischen Steinproduktion achtet. Durch unangekündigte Kontrollen in den beteiligten Steinbrüchen wird geprüft, dass keine Kinderarbeit, keine Schuldknechtschaft und eine Zahlung der staatlichen Mindestlöhne stattfinden. Natursteine, zum Beispiel Grab- oder Pflastersteine, werden mit Xertifix ausgezeichnet.

www.xertifix.de


Fair Stone

Das Fair Stone-Siegel steht für Umwelt- und Sozialstandards in der Natursteinindustrie. Sein Ziel ist die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in Steinbrüchen und weiterverarbeitenden Betrieben in asiatischen Entwicklungs- und Schwellenländern. Die teilnehmenden Firmen verpflichten sich dazu, Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitssicherheit und Gesundheit umzusetzen. Kinder- und Zwangsarbeit sind verboten, ebenso Diskriminierung und die Missachtung von weiteren Arbeits- und Sozialstandards wie Pausen, Löhne, Versicherungen etc.

www.fairstone.org


Fair spielt

Fair spielt ist kein Siegel, sondern eine Aktion. Auf der Internetseite von „fair spielt“ kann man in einer regelmäßig aktualisierten Liste sehen, ob und wie deutsche Spielzeughersteller und ihre Lieferanten den Verhaltenskodex des Weltverbandes der Spielwarenindustrie (ICTI) für menschenwürdige Arbeitsbedingungen umsetzen.

www.fair-spielt.de


GoodWeave

Handgeknüpfte Teppiche aus Indien, Nepal und Pakistan können dieses Label tragen. Es bezeugt, dass die Herstellung unter sozial gerechten Bedingungen stattfindet, ausbeuterische Kinderarbeit ausgeschlossen wird, angemessene Löhne gezahlt, Hygienevorschriften eingehalten werden usw. Das Siegel beruht auf strengen sozialen Kriterien und wird gründlich kontrolliert.

GoodWeave ersetzt das vorige RUGMARK-Siegel. RUGMARK International wurde von indischen NGOs, deutschen und internationalen Hilfswerken sowie der ehemaligen GTZ (Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit GmbH) ins Leben gerufen, um gegen illegale Kinderarbeit in der Teppichindustrie vorzugehen.

www.goodweave.de


Fairtrade Cotton

Baumwolle kann dieses Siegel tragen. Es wird ebenfalls von TransFair vergeben, deren Kriterien wie bspw. das Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit oder der Verwendung von gentechnisch verändertem Saatgut auch hier gelten. Insbesondere wird der Umstieg auf Bio-Anbau gefördert.

www.fairtrade-deutschland.de


*Fair Wear Foundation (FWF) *

Die Fair Wear Foundation ist eine unabhängige Non-Profit Organisation, die mit Unternehmen und Herstellern zusammenarbeitet, um die Bedingungen für Beschäftigte in der Bekleidungsindustrie zu verbessern. Durch die FWF wird eine Verbesserung der sozialen Bedingungen in den Nähfabriken sowie bei den Subunternehmen und Lieferanten erzielt. Die FWF weist damit die höchsten sozialen Standards in der Konfektionierung auf und nimmt hier als Best Practice-Beispiel den ersten Platz ein. Auf der Website werden alle Modefirmen aufgeführt, die Mitglied in der FWF sind.

www.fairwear.org


fairfleurs / TransFair

Bei fairfleurs handelt es sich um die Blumenmarke von Fairtrade-gesiegelten Schnittblumen. Gerechte Löhne und Fairtade-Zuschlag, Gewerkschaftsfreiheit, Verbot illegaler Kinder- und Zwangsarbeit, Maßnahmen zu Gesundheits- und Umweltschutz, Transparenz von Management und Verwaltung und die Ablehnung jeglicher Diskriminierung werden garantiert.

www.fairtrade-deutschland.de