faire-gemeinde-os.de

Fairer Handel

„Der faire Kaffee schmeckt nicht!“

Zwischen dem ersten fair gehandelten Solidaritätskaffee, dem berüchtigten „Nicaragua-Kaffee“, der vor über 20 Jahren angeboten wurde, und dem heutigen fair gehandelten Kaffee liegen Welten! Über den so genannten „Nica-Kaffee“ sollte eine Botschaft transportiert werden und das Produkt selbst war eher Nebensache. Heute gibt es ein breites Angebot (über 100) verschiedener hochwertiger Kaffeesorten und es ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Das Produkt „fair gehandelter Kaffee“ hat eine hohe Qualität. Der höhere Preis relativiert sich, weil weniger Kaffeepulver als bei konventionellem Kaffee benötigt wird.


„Der fair gehandelte Kaffee ist für Kaffeemaschinen nicht geeignet!“

Das ist ein Mythos. Alle fair gehandelten gemahlenen Kaffees haben den gängigen Mahlgrad und sind voll maschinenfähig. Das trifft auch für große Kaffeemaschinen zu.


„Das Geld kommt gar nicht bei den Produzenten an!“

Die Dachorganisation der weltweiten Siegel-Initiativen sowie unabhängige Wirtschaftsprüfer kontrollieren regelmäßig, dass der Preis in voller Höhe ankommt und weitere Kriterien umgesetzt werden.


„Unser Konsumverhalten hat keinen Einfluss auf die weltweite Armut!“

Viele Gebrauchsgegenstände und Textilien werden unter menschenunwürdigen Bedingungen und durch ausbeuterische Kinderarbeit hergestellt. Mit ihrem „fairen“ Einkauf schaffen Verbraucher einen Absatzmarkt für die Produzenten. Wenn dieser Markt sie gut entlohnt, können sie von ihrer eigenen Arbeit leben.

So müssen sie nicht in Städte abwandern, können ihre Arbeits- und Lebensverhältnisse selbst verbessern und ihren Kindern eine angemessene Versorgung und Ausbildung zukommen lassen. Dass durch Käuferverhalten großer Einfluss ausgeübt wird, merkt man daran, dass es inzwischen in vielen „normalen“ Lebensmittelmärkten fair gehandelte Produkte gibt.


„Fair gehandelte Produkte sind zu teuer!“

Für einen fairen Preis erhält man ein Produkt, bei dem sowohl auf die Qualität als auch auf die soziale und ökologische Herstellung geachtet wird. Billige Produkte können einen ökologischen und fairen Aspekt nicht bedenken, da jede Qualität ihren Preis hat.

Die Preisdifferenz zwischen fairen und nicht fairen Produkten ist besser als jede Spende! Häufig kann man den Preisunterschied auch auffangen, indem man bewusster bspw. Kaffee oder Tee kocht. Leider werden für Veranstaltungen und Sitzungen oft größere Mengen gekocht als getrunken werden.


„Regional einzukaufen ist besser als den Fairen Handel zu unterstützen!“

Fairer Handel steht nicht in Konkurrenz zu der deutschen Landwirtschaft, sondern konzentriert sich auf tropische Agrarprodukte wie Kaffee oder Bananen, die bei uns nicht angebaut werden.
Produktgruppen wie Blumen oder Honig werden zwar in den europäischen Ländern, aber nicht in ausreichender Menge hergestellt, sodass wir auf Importe angewiesen sind.


„Angesichts des Klimawandels ist es nicht sinnvoll, fair gehandelte Produkte zu kaufen!“

Der Klimaschutz darf nicht auf Kosten der Armutsbekämpfung gehen. Außerdem spielen Produktion und Verarbeitung meistens eine größere Rolle für das Klima als der Transport. Fair gehandelter Rohrzucker aus Paraguay bspw. verursacht inklusive Transport 40 % weniger Treibhausgas-Emission als Zucker aus Schweizer Zuckerrüben. Und Rosen aus holländischen Treibhäusern verursachen ca. 5,8 mal soviel CO2 wie aus Afrika importierte.

Außerdem gelangt fast die gesamte Ware des Fairen Handels per Containerschiff und nicht per Flugzeug zu uns.


„Bei uns in der Nähe kann ich gar keine fair gehandelten Produkte kaufen!“

Inzwischen gibt es in Deutschland über 40.000 Supermärkte, 800 Weltläden und zahlreiche kirchliche Aktionsgruppen, bei denen man fair gehandelte Produkte einkaufen kann.